24. Feb. 2014

Das Wochenende ist vorüber. Da ich zur Zeit hauptsächlich zuhause arbeite, ist mir das ziemlich egal. Seit einiger Zeit komme ich auch nicht mehr zum Tatortschauen am Sonntagabend. An den letzten Sonntagen war ich verhindert, und das wird wahrscheinlich auch weiterhin so bleiben. Schade finde ich das schon. Der Sonntagabend mit Tatort war eines der letzten Rituale, die ich mir bewahrt hatte. Vorallem seit ich angefangen hatte, auch zum Tatort zu twittern, war es ein besonderes Vergnügen. Nun gut, manchmal sind die Umstände nicht so, wie ich sie gerne hätte.

Ebenfalls ausgefallen ist eine Radtour nach Darmstadt am Samstag. Dort wohnt ein alter Freund von mir. Wir kennen uns seit über 30 Jahren. In Berlin waren wir Nachbarn, einige Zeit lang gar unzertrennlich. Er lebt schon seit vielen Jahren in Darmstadt, länger als ich in Frankfurt. Aber im Laufe der Jahre ist unser Kontakt seltener geworden, vielleicht einzwei Mal im Jahr haben wir uns getroffen. Vor einigen Tagen stand er allerdings unangekündigt vor meiner Tür. Er hatte in Frankfurt zu tun und eine halbe Stunde Zeit. Wir verabredeten, daß ich ihn an diesem Wochenende in Darmstadt besuchen käme, auch um seine neue Wohnung zu besichtigen, die er im letzten Jahr gekauft hatte. Ich beschloß, mit dem Rad zu fahren und freute mich darauf, endlich mal wieder eine etwas längere Strecke zu fahren.

Gute Frage.

Gute Frage.

Gerade als ich aufbrechen wollte, rief der Freund an und sagte, er sei krank. Wir verschoben den Termin auf Mitte März. Ich blickte plötzlich in ein Loch, fragte mich, was ich nun mit dem Wochenende anfangen solle. Mir fiel nichts ein, also machte ich einen Spaziergang zum Wochenmarkt auf der Konstablerwache, Bärlauchbratwurst essen und Apfelwein trinken. Auf dem Weg fotografierte ich Streetart und Graffiti. Zwei Stunden später war ich wieder zuhause.

Die Olympischen Winterspiele sind vorbei. Außer einer halben Stunde Skispringen, habe ich nichts davon mitgekriegt. Ich wollte einen Film im TV schauen und dessen Beginn verschob sich wegen eben jenes Skispringens. Das einzige Ereignis bei diesen Spielen, daß mir besonders aufgefallen ist, hat auch mit Skispringen zu tun. Die erste Gewinnerin des Frauen-Skispringens stammt aus Waldstetten, einem kleinem Ort in der Nähe von Schwäbisch Gmünd. Dort habe ich vor sehr vielen Jahren, noch mit meinen Eltern und meinem Bruder, gewohnt. Wir hatten einen schönen Bungalow mit großem Garten, direkt neben dem örtlichen Freibad. Im Sommer sind wir öfter nachts über den Zaun geklettert um im leeren Bad zu schwimmen. Ich ging in Schwäbisch Gmünd zur Schule. Dort fuhr ich mit einem Mofa hin. Als es kaputt ging nahm ich das Rad. Es war nicht die schlechteste Zeit in meinem Leben. Sie wurde beendet, als meine Eltern und also auch ich, nach Bayern umgezogen sind. Das war der Beginn meines einjährigen Kampfes, um frühzeitig von zuhause ausziehen zu können.

Heute Abend gastiert Martin Betz im Klabunt. Es ist die letzte Veranstaltung im „Satire-Landgasthof“, dem ich soviel zu verdanken habe. Wahrscheinlich noch im März wird das kleine Fachwerk-Gebäude abgerissen, um einer Tiefgarage, nebst Einkaufszentrum und Edelapartments zu weichen. Zum Glück gibt es einen Nachfolgeort.

Habe heute am Buch weitergarbeitet, nicht an dem, vom dem ich letztens berichtete. Es wird eine schlichte Anthologie, mal wieder. Ich muß Texte zusammen suchen.

Beim Schreiben dieses Beitrags habe ich mir in Gedanken meinen Ohrring aus dem Ohr gezwirbelt und finde ihn nun nicht mehr. Er wurde mir vor vielen vielen Jahren  in eben jenem Schwäbisch Gmünd, von dem oben die Rede war, von einer befreundeten Goldschmiedin handgefertigt.

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