14. Feb. 2014

Vor einiger Zeit wurde ich eingeladen an einer regelmäßigen Kickerrunde teilzunehmen. Gestern war ich zum  zweiten Mal dabei. Der Kicker steht im Keller eines schönen Hauses und die Gruppe trifft sich jeden Donnerstag – und das bereits seit 35 Jahren! Es sind alte Freunde, die an diesem Tisch schon vor 40 Jahren in einer Frankfurter Kneipe gespielt haben. Als ein neuer Wirt das Lokal übernahm, wollte er den Kicker entsorgen. Die Freunde haben ihn gerettet und jetzt ist er eben in diesem Keller gelandet. Dort ist alles perfekt eingerichtet, der Tisch ist festgeschraubt und zwei Lampen darüber sorgen für perfekte Beleuchtung. Es gibt einen Kühlschrank und eine kleine Stereoanlage.

KickerIm Laufe all der Jahre haben sich in der Gruppe eigene Codes und Rituale ausgebildet. So muß man sich beispielsweise vor jedem Spiel gegenseitig abklatschen und einen Tip auf den Ausgang des Spiels abgeben. Wenn das getippte Ergebnis eintritt, gibt das einen Punkt. Überhaupt hat sich ein Regelwerk entwickelt, daß für den Novizen nicht auf Anhieb nachvollziehbar ist. Es gibt drei besondere Bälle, die der Mannschaft Sonderpunkte einbringen (die sog. Big Points), die mit diesen Bällen Tore schießen. Einer dieser Bälle, alle haben unterschiedliches Aussehen und Qualität, darf irgendwann im Spiel gespielt eingesetzt werden, die zwei anderen erst als letzte und zwar in einer festgelegten Reihenfolge. Auch vor diesen letzten zwei Bällen muß man sein Gegenüber am Tisch abklatschen. Diese Bälle haben selbstverständlich auch eigene Namen, die ich aber schon wieder vergessen habe. Aus all diesen Faktoren – Ergebnis, Tip, Big-Points – ergibt sich dann die Punktewertung. Es kann also sein, daß die Spieler einer siegreichen Mannschaft unterschiedliche Punktzahl bekommen, z.B. wenn einer das Ergebnis richtig verausgesagt hatte, der andere aber nicht. Es gibt jemand, der die Punkte notiert und den Überblick hat. Er weiß, wer wann mit wem gegen wen spielt und auf welcher Seite des Tisches, und wer aussetzt. Bewundernswert.

Jeder spielt mit jedem, immer mit einer Hin- und Rückrunde. Dann müssen auch die Seiten gewechselt werden. Die einwerfende Mannschaft darf beim „Einwurf“ den Ball so manipulieren, daß er bei ihm selbst landet. Ein Trick, der mir nur selten gelungen ist. Überhaupt habe ich gegen die geübten Kicker bislang keine Chance. Ich bin zu langsam und zu ungenau, nur selten sind mir Tore gelungen, obwohl ich meist vorne kurbele. Deshalb wurden auch alle Spiele an denen ich mitwirkte, bis auf drei, verloren. Zum Glück waren die Jungs verständnisvoll. Und irgendwann werde auch ich mich an diesen Tisch gewöhnt haben.

Bin heute Abend auf eine Geburtstagsparty eingeladen. Es werden viele Verlagsleute da sein.

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