Anna Calvi in der Brotfabrik, Frankfurt am Main

Mein Online-Tickett ist datiert auf den 04. April 2011. Damals wurde das Konzert kurzfristig und ohne Angabe von Gründen abgesagt und um vier Monate verschoben. Am 12. August fand es dann endlich statt. Krankheit war nicht der Grund für die Verlegung des Konzerts, denn die Künstlerin tourte fleissig durch die Welt. Fernsehstationen rissen sich darum, Anna Calvi ins Studio zu bekommen, im Wochenrythmus wurden neue Videos auf Youtube veröffentlicht, die schöne Anna zierte die Cover diverser Lifestyle- und Musikmagazine und Arte sendete, im Rahmen der Reihe „Summer of Girls“, ihr Pariser Konzert. Man kann also sagen, dass in diesen vier Monaten Anna Calvi zum allseits gefeierten Star wurde. Und das mit bislang einer einzigen Platte und zwei Singles – und zurecht.

Ich hatte all diese Videos und das Pariser Konzert gesehen und ich habe unzählige Male die Platte gehört, meine Vorfreude auf das Konzert war so groß wie meine Erwartungen gering. Ich kannte alles und erwartete keine Überraschungen. Und so fing in dem kleinen, sympathischen und ausverkauften Club im Westen Frankfurts auch alles erwartungsgemäß an. Mit dem Gitarrenintro „Rider To The Sea“ zeigte sie sich als virtuose Gitarristin. Aber diese Virtuosität ist niemals Selbstzweck, sie ist keine dieser „Ich-spiele-in-einer-Minute-soviele-Töne-wie-es-geht“-Gitarristen. Alles dreht sich um die Songs, und die sind famos. Es ging weiter wie auf der Platte und wie erwartet.

Doch dann, plötzlich und gänzlich unerwartet stand bei „The Blackout“ ein zweiter Gitarrist auf der Bühne und das war tatsächlich neu. Es wurde gerockt. Dieser zweite Gitarrist begleitete die Band für 2-3 Songs und gab so Anna Calvi die Gelegenheit, die Gitarre in die Ecke zu stellen und das Elvis-Cover „Surrender“ nur zu singen. Das hatte ich ebenfalls noch nicht gesehen. Außerdem wurden zwei Songs gespielt, die ich noch nicht kannte. Es gab also doch Überraschungen und das war gut. Keine Überraschung war, dass das Konzert nach einer guten Stunde mit dem Edith Piaf Cover „Jezebel“ beendet wurde.

Ebenfalls keine Überraschnung war, wie gut die Band mit Mally Harpaz an Harmonium und Percussion und Daniel Maiden-Wood, Drums und Vocals, zusammen spielte. Sie bilden den perfekten Rahmen für Anna Calvi.

Nicht perfekt war der Sound in der Brotfabrik. Es war zu leise, so dass das Rauschen der Lüftungsanlage störend zu hören war. Dennoch, ein sehr schönes kleines Konzert mit Überraschungen und einigen magischen Momenten. Und jetzt kann ich sagen, ich habe Anna Calvi live gesehen – wahrscheinlich zum letzten Mal in einem kleinen Club für €14,40 Eintritt.

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